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Mittels Modellierung zu optimierten und zuverlässigeren Gummiwerkstoffen und Elastomerbauteilen

Computersimulation (mesoskopische Modellierung) des Tragverhaltens von Motorlagern  aus elastomeren Werkstoffen (Quelle: Prof. Dr. S. Reese, Dr. M. Böl, TU Braunschweig)
Numerisches Modell eines Luftreifens: Verformungszustand (Quelle: Prof. Dr. M. Kaliske, TU Dresden)

Vom 7. bis 10. September 2009 findet im Hörsaalzentrum der Technischen Universität Dresden die 6th European Conference on Constitutive Models for Rubber (ECCMR 2009) statt. Dazu erwarten die Veranstalter rund 150 Wissenschaftler aus ca. zehn Ländern.

ECCMR-Konferenzen, die aller zwei Jahre an verschiedenen Orten in Europa stattfinden, führen Polymerwissenschaftler, Experten für Werkstoffprüfmethoden, Modellierungsexperten und Software-Entwickler zusammen mit dem Ziel, mathematische Modelle und Methoden der Modellierung von Gummiwerkstoffen zu entwickeln bzw. weiterzuentwickeln. Die letzten Vorläufer­konferenzen fanden in Paris (2007), Stockholm (2005) und London (2003) statt. Der Begriff „Constitutive“ soll hier u.a. zum Ausdruck bringen, dass die mathematischen Modelle praxis­tauglich sind, und damit das Verhalten von Bauteilen aus Gummiwerkstoffen unter beliebigen, komplexen Belastungsbedingungen genau beschreiben. Auf dieser Basis soll es ermöglicht werden, die Eigenschaften der polymeren Werkstoffe ganz gezielt zu optimieren, ihr Verhalten im jeweiligen Anwendungsfall vorherzusagen und so ihre Zuverlässigkeit im Gebrauch nachhaltig zu erhöhen.

Von außerordentlicher Bedeutung ist das zum Beispiel bei Luftreifen. Moderne Autoreifen sind besonders komplexe Hochleistungsverbundkörper, die unterschiedlichste, zum Teil wider­sprüch­liche Funktionen erfüllen sollen: Sie müssen verschleißarm sein, auf verschiedenen Straßen­belägen gut haften, aber auch einen geringen Rollwiderstand haben, um den Treibstoffverbrauch möglichst gering zu halten. Für die weitere Optimierung von Reifen entsprechend dieser differenzierten Anforderungen sind deshalb verbesserte bzw. neue Methoden zur Modellierung und Eigenschaftsvorhersage unerlässlich. Weitere interessante Anwendungs­beispiele aus Gummi­werkstoffen, bei denen Lebensdauer und Funktionszuverlässigkeit stetig verbessert werden müssen, sind u.a. Dichtungssysteme, dynamisch beanspruchte Antriebs-, Lager- und Transportsysteme, flexible Kraftstoffbehälter für die Luft- und Fahrzeugindustrie oder  Federsysteme für Automobile und für Schienenfahrzeuge.

Neben dem Vortragsprogramm wird eine Präsentation von ca. 50 wissenschaftlichen Postern  die intensive Fachdiskussion fördern. Höhepunkte des Vortragsprogramms werden drei Plenar­vorträge von international renommierten Wissenschaftlern sein, die zu den Themen Grundlagen der Kontinuumsmechanik von Gummiwerkstoffen (Prof. Miehe, Universität Stuttgart), Reibung und Abrieb (Prof. Busfield, Queen Mary University of London, UK) und Bruchmechanik und Haltbarkeit von Elastomeren (Dr. Mars, Cooper Tire & Rubber Co., USA) sprechen werden.

Die Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Aktivitäten der Forschergruppe 597 „Bruchmechanik und Statistische Mechanik von verstärkten Elastomerblends“ (Sprecher: Prof. Dr. Gert Heinrich) gefördert.

Die Unterstützung der Veranstaltung durch neun namhafte Industrieunternehmen - Gummi- bzw. Reifenhersteller, Messtechnik-Anbieter und ein Luftfahrzeugproduzent - belegen das große Interesse der Industrie an der Tagung.

Veranstaltet wird die ECCMR 2009 gemeinsam von vier Professuren deutscher Universitäten

  • Technische Universität Dresden, Institut für Statik und Dynamik, Prof. Dr. Michael Kaliske
  • Universität der Bundeswehr, München, Prof. Dr. Alexander Lion
  • Technische Universität Braunschweig, Prof. Dr. Stefanie Reese
  • Technische Universität Dresden, Institut für Werkstoffwissenschaft zusammen mit Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V., Prof. Dr. Gert Heinrich

25.09.2009

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