Lineare Polymerisation als Hilfsmittel zum Verständnis von Netzwerkbildung
Methoden: Monte Carlo Simulation, Statistische Physik, Polymerphysik
Hintergrund: Elastische Materialien erhält man, wenn Polymerketten eine gemeinsame Netzwerkstruktur bilden. Diese Materialien werden in einem weiten Bereich eingesetzt, der von Autoreifen über Windeln oder weichen Kontaktlinsen bis zu einem einfachen Gummiband reicht. Moderne Anwendungen benötigen ein detailliertes Wissen über die Netzwerkstruktur, die aus den Reaktionsbedingungen eines irreversiblen Netzwerkprozesses entspringt. Die meisten experimentellen Methoden erlauben jedoch nur einen indirekten Blick in diesen Prozess.
Andererseits könnten lineare Polymerisationen unter den gleichen äußeren Bedingungen wie die entsprechenden netzwerkbildenden Reaktionen für eine detaillierte Analayse der Reaktionsbedingungen zur Netzwerkbildung verwendet werden. In diesem Fall ist das Resultat der Reaktionen immer eine Flüssigkeit, die auf einfachere Weise experimentell charaterisiert werden könnte. Die Aufgabe dieser Masterarbeit besteht darin, die Analogien und Unterschiede zwischen linearen und nicht-linearen Reaktionen mit Computersimulationen herauszuarbeiten. Das größere Ziel dahinter ist ein besseres Verständnis der Prozesse während einer irreversiblen Netzwerkbildung und die Möglichkeiten zur Optimierung der Netzwerkstruktur. Ein Kandidat für diese Arbeit sollte Interesse an statistischer Physik und Simulationsmethoden mitbringen.
Betreuer: Prof. Dr. Jens-Uwe Sommer, Dr. Michael Lang